ASG Baden-Württemberg

 

Neuausrichtung des PEPP

Veröffentlicht in Bundespolitik

Die Finanzierung in der stationären Psychiatrie (PEPP) soll neu ausgerichtet werden. Darauf hat sich die Große Koalition in Berlin verständigt. Hintergrund ist die geplante Einführung des sogenannten „Pauschalierenden Entgeltsystems Psychiatrie und Psychosomatik“ (PEPP), über dessen Details und Umsetzung politisch und fachlich lange gerungen wurde.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mattheis MdB, hat dazu erklärt:

„Der angekündigte Fahrplan für eine Neuausrichtung des PEPP ist ein ermutigendes Signal für alle psychisch Kranken! Im Nachgang eines intensiven Dialogs mit den Betroffenen und Dank der impulsgebenden Anregungen aus den Verbänden werden wir nun für eine grundlegende Neuorientierung sorgen und damit wesentliche Kritikpunkte am PEPP aufgreifen. Die auch von uns befürchteten und vor allem die schwer psychisch kranken Patienten betreffenden Drehtüreffekte in der stationären Psychiatrie werden durch die Umstellung des PEPP von einem geplanten Preisfindungssystem zu einem Transparenzinstrument vermieden. Durch krankenhausindividuelle Budgets wird die Versorgung konsequent an den Bedarfen der Patientinnen und Patienten ausgerichtet und regionale Besonderheiten in der Versorgung werden abgebildet." Sie appellierte an die Beteiligten, die konstruktive Mitarbeit beim Umsetzungsprozess fortzusetzen.

"Dem ursprünglichen Auftrag für ein neues Vergütungssystem in der stationären Psychiatrie wird damit Rechnung getragen. Mit der vorgesehenen psychiatrischen Akutbehandlung im häuslichen Umfeld, dem sogenannten Home-Treatment, werden Sektorengrenzen überwunden. Wir werden dafür Sorge tragen, dass in Zukunft eine verstärkt leitliniengerechte Behandlung der Patientinnen und Patienten erfolgt und letztlich eine verbindliche personelle Mindestausstattung in den psychiatrischen Häusern dieses Versorgungsziel auch abbildet. Die Psych-PV wird daher bis zum Jahr 2020 durch eine vom GBA verbindlich festgelegte Mindestpersonalverordnung ersetzt. Bis dahin soll sie zu 100% in den Kalkulationshäusern umgesetzt werden. Die Transparenz der Behandlung der Patientinnen und Patienten wird sichergestellt", so Hilde Mattheis weiter.

Nun werde es darauf ankommen, dass alle Beteiligten die Neuausrichtung des PEPP aktiv und konstruktiv begleiten, um den nun geplanten Umsetzungsprozess auch zum Erfolg zu führen.